Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Die Besatzungen von zwei Drehleitern bei einem Brandeinsatz

Fachseminar über internationale Katastrophenschutzhilfe und Atemschutzunfälle

Altheim. (pm/adb) Immer anspruchsvoller werdende Einsatzbedingungen erfordern bestens ausgebildete und motivierte Einsatzkräfte: Entsprechend setzte das Fachseminar des Kreisfeuerwehrverbands des Neckar-Odenwald-Kreises in der Altheimer Kirnauhalle am Samstag wichtige Akzente – nicht nur durch das packende Referat von Anna Grabner-Strobach.

Zunächst begrüßte Geschäftsführer und Fachgebietsleiter Weiterbildung Martin Kaiser die 140 Teilnehmer des Fachseminars sowie Bürgermeister Meikel Dörr, Verbandsvorsitzenden Michael Genzwürker und seine Stellvertreter, den Ehrenvorsitzenden Andreas Hollerbach und den Kommandanten der Stadt Walldürn Sascha Dörr begrüßen. Als Vertretung für Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr vertrat der Stellvertreter Stephan Schurz den Landkreis und wurde ebenfalls begrüßt. Ein Grußwort kam von Bürgermeister Dörr: Er dankte der Abteilungsfeuerwehr Altheim für die Ausrichtung und betonte die hohe Bedeutung der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte für das Gemeinwohl – stetige Weiterbild koste Geld, sei aber enorm wichtig. Dank galt hier auch dem Kreisfeuerwehrverband, der zahlreiche Weiterbildungen anbietet und dieses Fachseminar kostenlos durchführte.

Im Anschluss stieg Martin Kaiser ins Programm ein und stellte die Referentin vor: Anna Grabner-Strobach ist Teamleiterin einer nationalen und internationalen Katastrophenschutzeinheit aus Österreich. Sie hat internationale Einsatzerfahrung durch Einsätze in der Türkei, Slowakei, Ukraine und Griechenland; erste Kontakte wurden 2024 bei der Katastrophenschutzübung Magnitute im Neckar-Odenwald-Kreis geknüpft. In ihrem ersten Part stellte sie ihr „Samaritan Austria – Rapid Response Team“ vor und gab den Teilnehmern Einblicke in Ausrüstung, Arbeitsweise, verschiedene Module wie die Trinkwasseraufbereitung und zeigte die bisherigen Einsatzgebiete des Teams, das bisher auf allen fünf Kontinenten tätig war. Im zweiten Teil stellte sie die „Internationale Katastrophenhilfe Urban Search und Rescue (USAR) – international Level“ und ihre Guidelines vor. Koordiniert wird das alles von den Vereinten Nationen. Sie stellte dar, wie die Internationale Hilfe bei Erdbeben organisiert wird und wie gut viele Teams aus verschiedenen Ländern bei Erdbeben zusammenarbeiten. Abrundend ließ sie sie Seminarteilnehmer hautnah den Ablauf des Katastropheneinsatzes beim Erdbeben 2023 in der Türkei miterleben. Durch Bilder und Filmsequenzen erhielten die Ausführungen einen besonders zu Herzen gehenden Charakter. So wurde Anna Grabner-Strobach mit Applaus verabschiedet.

Nach der Mittagspause und der hervorragenden Verpflegung der Abteilung Altheim ging es weiter – mit einem weiteren packenden Vortrag: René Königstein von der international bekannten Plattform „Atemschutzunfaelle.eu“ präsentierte einen Einsatzbericht der besonderen Art, dessen unfreiwilliger Hauptdarsteller er selbst war: Ein ursprünglich harmlos anmutendes Alarmstichwort endete fast in einer Katastrophe, in der vier Menschen fast ihr Leben verloren hätten. Während seines eindrucksvollen Vortrages nahm Königstein das Publikum mit, indem er kritische Fragen zu Feuerwehrausbildung und Vorgehensweise nicht ausklammerte: Er und sein Partner gingen unter Atemschutz zu einem Kellerbrand vor; Grundriss und Brandobjekt waren unbekannt. Der vermutlich „kleine Kellerraum“ entpuppte sich als riesiger Raum mit einer hohen Brandlast. Im Laufe des Einsatzes hatten dann beide Einsatzkräfte aufgrund der enormen Hitze kurzzeitig das Bewusstsein verloren und konnten buchstäblich in der letzten Sekunde gerettet werden. Alle haben den Einsatz überlebt, allerdings können zwei der vier beteiligten Personen keinen Einsatzdienst mehr leisten. Abrundend dankte Martin Kaiser René Königstein für den fesselnden Vortrag.

In seinen Schlussworten würdigte der Fachgebietsleiter alle, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, vor allem der gastgebenden Abteilung Altheim für den reibungslosen Ablauf. Einige der Teilnehmer nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche mit René Königstein.